„König Ludwig der Zweite von Bayern“

Eine Reise zum sagenumworbenen Märchenkönig Ludwig II. von Bayern. Geboren wurde er  am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg in München  als ältester Sohn des Kronprinzen “ Maximilian“ und der Kronprinzessin „Marie“auf den Namen Otto Friedrich Wilhelm Ludwig. Doch auf Drängen seines gleichnamigen Großvaters, sollte sein Rufname  „Ludwig“ sein. Sein Großvater war zugleich auch sein Taufpate und dessen Taufpate war „Ludwig XVI.“ von Frankreich.

Schon im zarten Alter von 8 Monaten stand es gar nicht gut um Ludwig, der, nachdem seine Amme aus Miesbach, vermutlich an einer Hirnhautentzündung verstarb, sehr rasch abgestillt werden musste und er an einem sehr hohen Fieber litt das ihm fast das Leben kostete.

Seine Jugend verbrachte Ludwig, zusammen mit seinem jüngeren Bruder Otto vor allem auf Schloss Hohenschwangau bei Füssen. Das Schloss, so wie es heute zu betrachten ist, wurde 1537 bis 1547 wurde in die noch vorhandenen Aussenmauern der „Burg Schwanstein“ von italienischen Handwerkern hineingebaut. Ludwig verbrachte auch in der Zeit von 1869 bis 1884 in der er „Schloss Neuschwanstein“ erbauen ließ, sehr viel Zeit. Die Gemächer ließ er so wie sie ihm seine Vorfahren überlassen hatten, nur sein Schlafzimmer veränderte er indem er sich einige Felsen inklusive Wasserfall, sowie einen Apparat der einen künstlichen Regenbogen und Sternenhimmel erzeugen konnte, zu einbauen beauftragte.img_0496

Nach dem Tod seines Vaters Maximilian, verstorben am 10. März 1864 nach kurzer Krankheit, wurde er am selben Tag zum König ausgerufen. Ludwig der II., König der Bayern durch Gottes Gnaden. Sein erster öffentlicher Auftritt als König war die Trauerfeier für seinen Vater.

Trotz häufiger Abwesenheit von München, übte Ludwig seine Amtsgeschäfte fast bis zum Ende sehr gewissenhaft aus. 1866 unterschrieb er, auf Drängen Österreichs zur Einhaltung der Bündnispflicht, den Mobilmachungsbefehl, auf den Bayern Seite an Seite mit Österreich, in den Krieg gegen Preußen eintrat.

Am 22. Januar 1867 verlobte sich Ludwig mit Herzogin Sophie Charlotte, der jüngeren Schwester von Sissi (Elisabeth von Österreich),  die er schon seit seiner Kindheit kannte. Dieses Verlöbnis löste er aber am 7. Oktober wieder auf, worüber nicht nur ihre Eltern, sondern auch die gesamte Verwandtschaft und der Hochadel sehr empört waren.

1870 , einen Tag nach der Kriegserklärung Frankreichs ordnete der König die Mobilmachung Bayerns an und beteiligte sich am Deutsch-Französischen Krieg, was sein Ansehen im Bayrischen Volk schädigte. Am 30. November unterzeichnete er den sogenannten „Kaiserbrief“, der von Otto von Bismarck verfasst wurde und in dem Wilhelm der I. gebeten wurde den Titel des Deutschen Kaisers anzunehmen.

1869-1884 folgte der Bau seines berühmtesten Bauwerks, Schloss Neuschwanstein.img_0613

Die Entwürfe dieses malerischen Schlosses stammten von Christian Jank und ausgeführt wurde es von Eduard Riedel und Georg von Dollmann. Als Vorlage diente die Wartburg. Ludwig selbst konnte es allerdings selbst nur noch wenige Monate, besser gesagt 172 Tage, bewohnen. Das oft als „Märchenschloss“ bezeichnete Bauwerk wurde leider nie ganz fertiggestellt. Nur wenige Zimmer wurden ausgebaut, darunter sein Schlafgemach und sein Telefonzimmer, in dem eines der ersten Telefone überhaupt in Bayern stand, mit dem er sich die brandheissen News zukommen ließ. Die Baukosten in Höhe von über 6 Millionen Mark, trug Ludwig anfänglich aus seinem Privatvermögen, doch als seine Mittel versiegten musste er immer neue Kredite aufnehmen. 1883 war er bereits mit über 7 Millionen verschuldet und Pfändung drohte. Dadurch entstanden Streitigkeiten mit der bayerischen Regierung und diese veranlasste am 9. Juni 1886 die Entmündigung und Regierungsunfähigkeit für den Märchenkönig.

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Von 1870 bis 1886 wurde „Schloss Linderhof“fertiggestellt.  Jedoch sein teuerstes Projekt „Schloss Herren-Chiemsee“, auf der Insel Herrenchiemsee, dessen Bau mehr kostete als die beiden anderen Schlösser zusammen, beauftragte Ludwig 1878. img_0679Mit letzterem wollte er König Ludwig XIV, dem Sonnenkönig, ein würdiges Denkmal setzen. Das Gebäude wurde nach dem Vorbild von „Schloss Versailles“bei Paris erbaut, doch leider konnte Ludwig, durch seinen Frühen Tod das Schloss selbst nicht mehr nutzen. Nur vom 7. bis zum 16. September 1885 hielt er sich darin auf. Kurz darauf fanden die Bauarbeiten ein jähes Ende und die meisten der Zimmer und Säle wurden nicht mehr fertigestellt.

Ludwig der II. wollte keines seiner Schlösser der Öffentlichkeit zugänglich machen. Sein Wunsch war, das alle Bauten nach seinem Ableben abgerissen werden sollten. Jedoch öffnete die Nachlassverwaltung schon wenige Wochen nach seinem Tod die Pforten für das Volk.

Um den Tod des Königs  im Starnberger See am 13. Juni scheiden sich noch heute die Geister.img_0820

Ludwig wurde nach seiner Entmündigung, nachdem er zuvor durch ein Gutachten und Zeugenaussagen ohne persönliche Untersuchung für „seelengestört“ und „unheilbar“ erklärt worden ist,  auf Schloss Neuschwanstein festgehalten. In der Nacht zum 10. Juni kam eine Kommission zum ihm aufs Schloss, doch Ludwig II. ließ sie alle verhaften und nach München zurückschicken. Noch am selben Tag schickte sein Leibarzt „Max Joseph Schleiß von Löwenfeld“ ein Telegramm an die Redaktion der Allgemeinen Zeitung dass von der Existenz eines schweren Leidens seiner Majestät, die eine Ausübung der Regierung verhindern würde, nichts überzeugt. Ludwigs Onkel Luitpold übernahm am 10. Juni als Prinzregent die Regierungsverantwortung. König Ludwig erließ zugleich noch einen Aufruf an das Bayrische Volk:“Der Prinz Luitpold beabsichtigt, sich ohne meinen Willen zum Regenten meines Landes zu erheben und mein bisheriges Ministerium hat durch unwahre Angaben über meinen Gesundheitszustand mein geliebtes Volk getäuscht und bereitet hochverräterische Handlungen vor. ich fordere jeden treuen Bayern auf, sich um meine Anhänger zu scharen und an der Vereitelung des geplanten Verrates an König und Vaterland mitzuhelfen. (Bamberger Zeitung 11. Juni, kurz vor der Beschlagnahmung). Den Rat Bismarcks, sich sogleich dem bayrische Volke zu zeigen, beherzigte Ludwig aber nicht und verhielt sich, obwohl er viele Hilfeangebote bekam, völlig passiv.

Gegen Mitternacht des 11. Junis kam eine erneute Kommission auf Schloss Neuschwanstein, die den Märchenkönig in Gewahrsam nahmen und am 12. Juni 4 Uhr morgens nach „Schloss Berg“ am Ufer des Starnberger Sees (damals noch Würmsee) brachten. Zusammen mit seine Psychiater Bernhard von Gudden und zwei Pflegern unternahm Ludwig am  Vormittag des 13. Juni, einem Pfingstsonntag, einen Spaziergang im Schlosspark zum See. Kurz nach 18 Uhr erinnerte Ludwig von Gudden an den zweiten geplanten Spaziergang und beide brachen erneut auf, doch diesmal auf Anweisung Guddens ohne Pfleger. Als beide gegen 20 Uhr zum Abendessen nicht erschienen wurden erst ein paar Gendarmen, später ein großer Suchtrupp mit Fackeln und Lampen ausgestattet, ausgeschickt. Gegen 22 Uhr fand man beide ertrunken am Ufer des Starnberger Sees. Die später gefundene Taschenuhr des Königs ist stehengeblieben um 18 Uhr 54. Die Uhr Guddens aber erst 20 Uhr 10. Nach offizieller Darstellung habe von Gudden den 1,93 Meter großen König an einem Selbstmordversuch hindern wollen und sei dabei selbst zu Tode gekommen. Das wurde aber schon sehr bald bezweifelt. img_0836

Bis heute ranken sich zahlreiche Gerüchte um den Tod des Bayrischen Märchenkönigs, die von Fluchtversuch bis zur Erschießung  hin reichen. Beerdigt wurde Ludwig, nach einem Leichenzug durch München, in der Gruft der Michaelskirche. Sein Herz wurde getrennt bestattet in der Gnadenkapelle von Altötting. Er hinterließ  zahlreiche Schlösser und Parks und jede Menge Mythen. img_0823

Votivkaplle am Starnberger See und Denkmal für König Ludwig II. von Bayern

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11 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hmm… man hört ja immer wieder Gerüchte über sein Liebesleben, seinen Tod, seine Menschenscheu, seinen geistigen Zustand… aber wahrscheinlich wird man wohl nie erfahren, wer er wirklich war. Und vielleicht ist es auch besser so, ihm einfach seinen ewigen Frieden zu gönnen. Mich stören nur immer diese kitschigen Billig-(wobei: so billig sind sie ja gar nicht…)-Geschenkartikel mit Ludwig II.

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    1. Ja das stimmt, seine Liebesleben war wohl eher „Gerüchten zufolge“ homosexuell geprägt, was vielleicht auch einer der Gründe war sein Verlöbnis aufzulösen, muss aber nicht. Da bleibt viel Platz für Spekulationen. Das er sehr menschenscheu war ist dagegen belegt, deswegen war er wohl auch ein nachtlebender Mensch und er Mondkönig genannt wurde. Ich würde sehr gerne erfahren wer er wirklich war, ich glaube nicht das er wirklich geistesgestört war. Doch werden wir es nie genau erfahren. Ich stimme mit dir auf jeden Fall überein ihm seinen ewigen Frieden und Ruhe zu gönnen. Eine überraud interessante Persönlichkeit war er auf jeden Fall. Und die meisten Geschenkartikel sind wirklich einfach nur furchtbar und kitschig…….:-)) Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren 🙂 LG Gerd

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  2. Hat dies auf Ralle Neumussen rebloggt und kommentierte:
    Interessante Abhandlung.

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  3. Ilanah sagt:

    Hat dies auf Das Leben – bunt wie ein Regenbogen rebloggt und kommentierte:
    Jaaa, der Kini….

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    1. Danke fürs Rebloggen😄😄 ja, der Kini….war schon eine schillernde Persönlichkeit😉 LG Gerd

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      1. Ilanah sagt:

        Ja, das war er. Deshalb wird er garantiert unvergessen bleiben.

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      2. Das Stimmt!!! Ich war erst diese Woche wieder an seinem Grab in München, aber davon hab ich kein Photo rein getan, den ich finde das gehört sich nicht und gönne ihm seine Frieden. LG Gerd

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      3. Ilanah sagt:

        Find ich gut. Wahrscheinlich findet man aber zig Bilder davon im Netz.

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      4. Mehr als genug…..darum wollte ich das nicht….

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  4. Ilanah sagt:

    Danke für die tollen Bilder und den noch besseren Text 🙂

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